Yamaha Ténéré 700 Raid Prototyp: Was Sie wissen müssen

Yamaha Ténéré Raid Prototyp – Details: Was Sie wissen müssen

Yamaha hat bei der EICMA 2021, der weltweit größten Motorradmesse, auf der Hersteller traditionell ihre neuen Modelle für das kommende Jahr vorstellen, nicht unbedingt die Show gestohlen.

Aber es gab etwas zu sehen, das die zahlreichen Fans von Abenteuer-Motorrädern begeistern würde – den Ténéré 700 Raid Prototype.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei diesem Motorrad (vorerst) nur um einen Prototyp. Es basiert jedoch auf der äußerst beliebten Ténéré 700 – einem Motorrad, das eindeutig kein Prototyp ist. Yamaha hat im Wesentlichen sein GYTR-Teilekatalog durchforstet und alle Teile für die T700 ausgewählt.

Das Ergebnis ist eine Maschine, die problemlos eine Rallye-Etappe bewältigen kann.

Hier werden wir uns den Ténéré 700 Raid Prototype genauer ansehen und alle Änderungen aufzeigen, die wir feststellen können. Wer weiß, wenn genügend Leute sagen, dass sie eine Serienproduktion wünschen, könnte Yamaha seine Meinung über den Prototypenstatus ändern.

Yamaha Ténéré Raid Prototyp

Yamaha-Raid-Motor

Ausgehend vom serienmäßigen 689-ccm-Parallel-Twin-Motor der Ténéré 700 sehen wir hier die komplette Akrapovic-Titan-Rennauspuffanlage. Sie ist deutlich leichter als die Serienauspuffanlage und sorgt in Kombination mit der dazugehörigen ECU von GYTR für eine Leistungssteigerung.

Yamaha gibt an, dass es sich um eine „Hochleistungs“-Airbox und einen Hochleistungsfilter handelt. Wir können nur vermuten, dass die Airbox größer ist, um mehr Luft hereinzulassen. Und wir alle wissen mittlerweile Bescheid über Hochleistungsluftfilter.

Angesichts der extremen Wüstenbedingungen, denen ein Rallye-Motorrad ausgesetzt sein kann, hat die Kühlung des Motors höchste Priorität. Bei der Ténéré Raid übernimmt diese Aufgabe ein überdimensionierter Kühler mit zwei Lüftern.

Es gibt auch eine neue Wasserpumpenabdeckung und einen neuen Ölkühler, die für Kühlung und Schutz sorgen.

Mehr Leistung bedeutet, dass eine stärkere Kupplung erforderlich ist, und Rekluse hat seine Hochleistungskupplung für die Ténéré bereitgestellt, um die Kraftübertragung zu unterstützen. Ein neues zweiteiliges Kupplungsgehäuse und ein neuer Kupplungshebel runden das Paket ab.

Für eine bessere Antriebskraft und Beschleunigung gibt es hinten ein 48-Zahn-Endantriebsritzel.

Yamaha Raid-Federung

Eine der größten Schwächen der Standardausführung der Tenere 700 ist ihre Federung. Natürlich ist dies in der Regel das erste, worauf Besitzer achten, und als Yamaha beschloss, in diesem Bereich Verbesserungen vorzunehmen, hat das Unternehmen alle Register gezogen.

Der Ténéré 700 Raid Prototype verfügt nun über kräftige 48-mm-Gabeln mit verlängertem Federweg – insgesamt 270 mm, um genau zu sein. In Kombination mit den CNC-gefrästen Gabelbrücken muss sich das Fahrgefühl an der Vorderachse komplett verändert haben und nun stark und robust sein, wie es sich für ein Rennmotorrad gehört.

Am Heck befindet sich ein verbesserter Stoßdämpfer, ebenfalls mit verlängertem Federweg – 260 mm. Für eine bessere Beweglichkeit und ein besseres Fahrgefühl kommt außerdem eine neue Hinterradaufhängung zum Einsatz.

Yamaha Ténéré 700 Raid

Yamaha Raid Bremsen

Auch schnelle Motorräder müssen bremsen können, und die Ténéré 700 Raid verfügt über zahlreiche Verbesserungen im Bereich der Bremsen. Die vordere Scheibenbremse ist nun mit 300 mm größer, es handelt sich jedoch weiterhin nur um einen einzigen vorderen Rotor.

Es werden Rennbremsbeläge verwendet, vermutlich mit einer aggressiveren Mischung für eine bessere Bremswirkung. Es wird ein neuer Hauptbremszylinder verwendet, der über einen neuen vorderen Bremshebel betätigt wird.

Am Heck kommt eine größere 267-mm-Scheibe zum Einsatz, für die ebenfalls eine neue Bremssattelhalterung erforderlich ist. Stahlflexbremsleitungen an beiden Enden sind ein Muss und vervollständigen die Bremsenaufrüstung.

Yamaha Raid-Design

Schon allein vom Aussehen her lässt sich klar erkennen, dass die Raid etwas Größeres war als die Standard-Ténéré 700.

Das markante GYTR-Grafik-Kit ist ein deutliches Zeichen, aber auch die aggressiven Knöpfe, die funktionale Navigationsausstattung und vor allem die Schnauze sind Details, die auf seine Rallye-Wurzeln hinweisen.

Dann gibt es noch die aggressiven Handprotektoren und geteilten Kraftstofftanks, und man weiß, dass dieses Ding für den Einsatz gedacht ist.

Wir haben keine Ahnung, ob Yamaha beabsichtigt, eine Serienversion des Ténéré 700 Raid Prototype (oder eine Version davon) zu produzieren, aber natürlich sind wir hier, wie viele andere auch, sehr gespannt darauf. Diese Maschine könnte es mit Modellen wie der KTM 890 Adventure aufnehmen , und Yamaha könnte sie wahrscheinlich auch zu einem sehr wettbewerbsfähigen Preis verkaufen.

Derzeit handelt es sich jedoch nur um einen Prototyp. Da Yamaha jedoch einige der renommiertesten Rallye-Fahrer der Welt engagiert hat, um diesen Prototyp zu testen, gibt es Grund zu der Annahme, dass ihr Feedback berücksichtigt wurde, um sicherzustellen, dass dieses Fahrzeug allen Herausforderungen der Wüste gewachsen ist.